Medienprojekte Sommer 2018

Im Zentrum des BA-Studiums Medienproduktion der Hochschule OWL steht die Entwicklung von Projektarbeiten, die von den Studierenden über ein Semester lang in Teams bearbeitet werden. Die gesamte Kohorte bewirbt sich vorab auf Medienprojekte, die die Professorinnen und Professoren des Fachbereichs in der Regel gemeinsam mit einem Kooperationspartner („Auftraggeber“) aus der Region ausschreiben. Die Teams bilden dann Gruppengrößen von ca. 5-10 Personen und entwickeln in Anwendung der bisherigen Studieninhalte und anhand der fachlichen Begleitung der betreuenden Professur gemeinsam ein konkretes Medienprodukt. Der Medienbegriff wird hier breit verstanden — neben Print-Produkten sind auch bspw. Internetauftritte, Anwendungen mit Datenbanken und CMS, Videos, Musikclips, interaktive Computerspiele, Animationen oder Installationen möglich. Die Teams organisieren sich anhand der bis dahin vermittelten Kenntnisse in Projektmanagement und Medienkonzeption so, dass sie alle technischen, gestalterischen, redaktionellen und betriebswirtschaftlichen Aspekte der Produktplanung, -erstellung und -präsentation innerhalb des Semesters bewältigen. Häufig werden die fertigen Produkte durch die Kooperationspartner dann bspw. für Werbezwecke, im Kontext von Marketingmaßnahmen oder Kommunikationsanlässen verwendet.

Mediendidaktische Begleitung flankiert fachliche Betreuung

Im vergangenen Sommersemester 2018 war ich gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen, die die Projekte ausgeschrieben hatten und jeweils eines davon fachlich betreuten, für die mediendidaktische Begleitung aller Projekte verantwortlich — und damit für alle Aspekte und Fragen der Kommunikation und medialen Inszenierung des Projekts sowie der Organisation und Strukturierung des Projektlernens.

Neben Fragen des klassischen Projektmanagements und der Arbeit in Teams mit verteilten Expertisen ging es dabei insbesondere auch um konzeptionelle und prozessuale Fragen der Projektentwicklung und um die rhetorische Aufbereitung des Projekts bzw. Vorstellung des entwickelten Produkts im Rahmen einer Abschlusspräsentation für eine breite Öffentlichkeit:

  • Was die Anforderungen des Projektmanagements anging, waren schon Vorkenntnisse von einer Einführung aus dem vorangegangenen Semester vorhanden; einige der Studierenden hatten auch bereits ein erstes Medienprojekt absolviert und daher den gesamten Prozess (natürlich mit einem anderen Produkt und einem unterschiedlich zusammengesetzten Team) durchlaufen. Das war für mich persönlich sehr hilfreich, da die Medienproduktion doch einige Spezifika bietet, die sich von den fachübergreifenden Anforderungen deutlich unterscheiden. Hier lag der Fokus meiner Beratung besonders auf den Schwierigkeiten, die bei der Arbeit in Teams mit verteilten Rollen und Expertisen auftreten können — und Strategien, um diese zu überwinden.
  • Die konzeptionellen und prozessualen Fragen der Projektentwicklung bestanden vor allem im „Mitdenken im Prozess“, dem „Flankieren“ der fachspezifischen konzeptionellen Rückmeldungen aus einer mediendidaktischen Sicht und mit Blick auf die mediale Inszenierung — und dann besonders in einzelnen, spezifischen problemlöse-orientierten „Troubleshootings“, mit denen wir einzelne kleinere Problemstellungen und Hindernisse bearbeitet haben.
  • Für die rhetorische Aufbereitung wurden über den Projektzeitraum hinweg mehrere Zwischenpräsentationen organisiert, in denen der aktuelle Stand vorgestellt und das weitere Vorgehen diskutiert wurde. Die Zwischenpräsentationen wurden auf Video aufgezeichnet und konnten so gemeinsam mit den Studierenden gleichzeitig auch für individuelle rhetorische Performanztrainings genutzt werden.

Das Ergebnis: Sechs Werkstücke

Entstanden sind über das Sommersemester 2018 sechs Medienprodukte, die die Studierenden nun als „Werkstücke“ für das eigene Portfolio verwenden und bspw. einer Bewerbung beifügen können. Die Projekte wurden am 12.07. im Audimax präsentiert:

Medienprojekte 2018
Plakat: Marina Brand

Während es sich bei manchen der Projektergebnisse um „Produkte“ handelt, die sich schwer online vorführen lassen (bspw. Folio-Space, bei dem eine Ausstellungs-Installation im Zentrum stand (Betreuung: Prof. Althaus), oder VR 101, bei dem ein 3D-Cartboard mit zugehöriger virtueller Umgebung entwickelt wurde (Betreuung: Jan Pieniak)) und andere noch nicht publiziert sind (s.u.), kann ich zumindest zwei davon hier direkt vorstellen:

So wurde bspw. bei TV in Motion (Betreuung: Prof. Ehret) ein Kurzfilm für den TV Lemgo nach dem so genannten Motion-Capture-Verfahren erstellt. Dabei wurden Turnerinnen des Vereins mit Anzügen ausgestattet, an denen optische Marker angebracht waren. In den Studios des Fachbereichs wurden dann Video-Aufnahmen der Turnbewegungen durchgeführt, bei denen die Bewegungsmuster in ein elektronisches Format umgewandelt und später für Animationen verwendet werden konnten (mehr zum Projekt und zum Vorgehen kann man hier nachlesen):

Beim Projekt Dreist TV (Betreuung: Prof. Lechtenberg) handelte es sich ebenfalls um ein filmisches Projekt, das allerdings eher journalistisch ausgerichtet war.

Dreist ist ein Hochschul-Internet-TV-Sender der Hochschule OWL am Standort Lemgo. Dort wird über Themen rund um das Studium berichtet, wobei die Beiträge so ausgerichtet sind, dass sie aus der Mitte des studentischen Lebens berichten. Für Dreist TV wurden im Sommersemester drei Kurzbeiträge produziert:

  • Folge 55: Besuch einer Reptilienausstellung;  Fliegen im Superfly in Dortmund und Titeljagt „Flohmagd 2018“.
  • Folge 56: Improvisation beim Kochen anhand eines indischen Rezepts; Streetfoodmarkt in Duisburg und Geocaching.
  • Folge 57 (s.u.): Ekstremsportveko, Boote und Interview mit Michael Jackson.

Das Projekt Pop it up! (Betreuung: Prof. Kaboth) stellt ein VFX-Animationsprojekt dar, bei dem ein Trailer zur Geschichte der Popmusik entwickelt wurde, der in Kürze beim Fernsehsender arte gezeigt werden wird.

Das Ergebnis des Projekts Bildstörung 2018 (Betreuung: Susann Ehrig) ist eine Kurz-Dokumentation des Europäischen Straßentheater Festivals Detmold, die ebenfalls noch nicht publiziert ist.