Künstliche Intelligenz: Hochschuldidaktik 4.0?

Lesezeit: 3 Minuten

Künstliche Intelligenz (KI) ist aktuell eines der größten Trendthemen für die Hochschul- und Mediendidaktik (Schmohl, Löffl & Falkemeier, 2019). Im deutschsprachigen Raum mangelt es bislang noch an Vernetzungs- und Austauschflächen für die interdisziplinäre, bildungswissenschaftlich interessierte Scientific Community. Aus diesem Grund starten wir  einen Call for Papers für einen wissenschaftlichen Sammelband mit dem Titel Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung. Ziel ist, anhand von Schlaglichtern einen möglichst perspektivenreichen Einblick in das Thema zu vermitteln. Dabei sind neben empirischen Forschungsberichten, normativ-theoretischen Beiträgen und hochschulpolitischen Einordnungen auch aktuelle Umsetzungsbeispiele vorgesehen.

Der Band wird im Frühsommer 2021 bei transcript als Open-Access-Publikation erscheinen (OA-Gold: CC-BY-SA).

Ausgangslage: Künstliche Intelligenz & Didaktik

Es gibt bereits einige lokale Umsetzungsbeispiele und auch die ersten „Leuchtturmprojekte“ sind im Entstehen. Ebenso wächst die Anzahl von Initiativen, die impulsgebend für einen Fachdiskurs an der Schnittstelle von Hochschulbildung mit Konzepten wie Intelligent Tutoring SystemsMachine Learning, Educational Data Mining, Learning Analytics, Robotics, Chatbots, Augmented/Virtual Reality usw. sind.

So hat das Hochschulforum Digitalisierung kürzlich ein eigenes Themendossier geschaffen, das sich mit KI im akademisch-didaktischen Kontext befasst, während der Stifterverband, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Hasso-Plattner-Institut (HPI), NEOCOSMO und das mmb Institut gemeinsam seit Oktober 2019 die Digitale Lernplattform „KI-Campus“ entwickeln.

Auch prominente Förderinstitutionen haben entsprechende Calls gestartet, sodass sich der Trend in den nächsten Monaten noch stärker und über lokale Grenzen hinaus entwickeln dürfte (bspw.: BMBF: BAnz v. 04.03.2020, VolkswagenStiftung). Daneben haben die Wissenschaftsministerien in Österreich und der Schweiz kürzlich die Verknüpfung von KI und Hochschulbildung (einschl. Hochschulgovernance und -entwicklung) zum Trendthema ausgerufen.

Auf Konferenzen und Messen wurde das Thema bspw. durch die FernUniversität in Hagen (11/2019),die Learntech 2020 (01/2020), die Uni.Digital 2020 (03/2020), die FernUniversität gemeinsam mit dem KI-Campus (04/2020), oder auch durch die Märztagung der Fernfachhochschule Schweiz (verschoben/ausstehend) in den Fokus gerückt.

Was fehlt: Austausch und überregionale Vernetzung

Vernetzung, kritischer Austausch und Dialog sind  Anliegen, die wir im Rahmen eines laufenden Forschungsprojektes „Künstliche Intelligenz in der Hochschullehre“ mit Mitteln des Wissenschaftsministeriums Nordrhein-Westfalen verfolgen (MKW NRW). Unser Anspruch ist es, den Ist-Stand der Diskussion zu dokumentieren und aktuelle Umsetzungsformen mit Transferpotenzial aufzuzeigen. Dafür eignet sich aus unserer Sicht eine wissenschaftliche Open-Access-Publikation sehr gut, in der Fachexpertinnen und -experten gemeinsam mit bildungswissenschaftlich interessierten Hochschullehrenden, Nachwuchswissenschaftler*innen und weiteren Personen mit Bezug zu diesem vielfältigen Themenkomplex publizieren.

Zielsetzung des Buchs

Unser Publikationsprojekt setzt an diesem Desiderat an und möchte ein breites und perspektivenreiches Verständnis für KI-gestützte Hochschulbildung entwickeln. Es beleuchtet das Thema Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung anhand von Forschungsbeiträgen sowie aktuellen Umsetzungsvarianten mit Beispielcharakter.

Wir sehen für unser Buch folgende Rubriken vor:

  1. Empirische Beiträge. Förderung einer didaktischen Methodik zur Anwendung von KI in der Hochschulbildung (Vorbedingungen, Systematik, Evaluierbarkeit);
  2. Normative Beiträge. Wissenschaftstheoretische Grundlagendiskussionen zum Einsatz von KI im Kontext des akademischen Lernens und Lehrens (einschl. ethischer Fragestellungen);
  3. Fallbeispiele. Abbildung des Status Quo des Einsatzes von KI in der akademischen Bildung aus möglichst vielfältigen Anwendungsbereichen (insbesondere der Geistes-, Gesellschafts- und Technikwissenschaften);
  4. Hochschulpolitische Rahmung. Verdeutlichung des Potentials KI-gestützter Technologien zur Bearbeitung hochschul- und wissenschaftspolitischer Herausforderungen.

Gemeinsam mit transcript bereiten wir neben den üblichen Varianten (Print, pdf-eBook und ePub) auch ergänzende interaktive Formate vor, sodass unsere Zielsetzung über die „klassische“ Buchpublikation hinausreicht. Daneben sind flankierende Video-Präsentationen geplant, in denen die Autorinnen und Autoren ihre Beiträge anhand von eingebetteten Kurz-Referaten vorstellen können.

Procedere und Einreichung von Abstracts

Beitragsvorschläge reichen Sie bitte bis zum 13.09.2020 in Form eines Abstracts ein (max. 1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen; ohne Literaturangaben): tobias.schmohl(at)th-owl.de ; alice.watanabe(at)th-owl.de

Die eingereichten Beiträge werden einem Double-Blind Peer-Review unterzogen. Die detaillierten Review-Kriterien sowie die Vorgaben zum Manuskript des Verlags schicken wir den Autorinnen und Autoren nach Einsendung eines Beitragsvorschlags zu.

Zeitplan

13.09.2020

Einreichung eines Abstracts zur Abstimmung mit dem Hrsg.

bis 30.09.2020

Prüfung der inhaltlichen Passung des Abstracts und Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung des Beitrags

bis 10.01.21

Einreichung des Manuskripts gemäß Vorgaben des Merkblatts und gemäß den Review-Kriterien 

bis 31.01.21

Rückmeldung der Reviewer*innen mit ggf. Vorgaben oder Empfehlungen für die Überarbeitung

bis 28.02.21

Einreichung des überarbeiteten Manuskripts

Frühsommer 2021

Publikation des Sammelbands 

Call for Papers

Sämtliche Informationen finden Sie hier nochmals übersichtlich in einer PDF zusammengefasst: