Keynote: Lehrmotivation

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An der HTW Dresden durfte ich am „Tag der Lehre 2019“ einen Keynote-Vortrag zum Schlüsselkonzept Lehrmotivation halten. Es handelt sich dabei um einen Begriff aus dem bildungspsychologischen Diskurs, für den sich internale wie externale Determinanten beschreiben lassen.

Die bisherige empirische Forschung dazu ist noch nicht besonders umfangreich, aber es gab doch in den letzten Jahren ein paar Studien (insbesondere, was den Berufsstand der Professorinnen und Professoren anbelangt). Internal sind u.a. die erlebte Bedeutsamkeit der Lehre, erlebte Verantwortlichkeit für konkrete Folgen des Lehrens und Wissen über konkrete Resultate relevant. Externale Determinanten sind neben leistungsorientierten Mitteln und anderen monetären Anreizen u.a. auch berufliche Sicherheit bzw. „Karrierepfade“, Gleichstellung von Forschung und Lehre sowie vor allem Anerkennung, Wertschätzung und sogenannte „symbolische Incentives“ (etwa nicht-dotierte Lehrpreise).

Die Frage nach den Faktoren, die für eine motivierte Lehrhaltung ausschlaggebend sind, führt aus meiner Sicht zur Frage nach dem eigenen Rollenkonzept sowie dem Berufsethos als Hochschullehrerin oder Hochschullehrer. Ich unterscheide hier mit Bezug zum aktuellen hochschuldidaktischen Diskurs typische „Selbstkonzepte“, die aus spezifischen Lehrformaten resultieren und mit jeweils typischen Lernhaltungen auf Seiten der Studierenden resultieren: Je nachdem, welches Verständnis man von dem eigenen didaktischen Handeln in einem konkreten Setting zugrunde legt, ergeben sich mehr oder weniger motivationale Determinanten.

Vor diesem Hintergrund endet mein Vortrag mit dem Plädoyer für eine forschend-wissenschaftliche Haltung zum eigenen Lehren. Aus meiner Sicht ist es zentral, mit Blick auf die eigene Didaktik vom Modus einer „akuten Problemtilgung“ oder einem „Sanierungsansatz“ (Bass, 1999) umzustellen auf eine explorativere, problemzentriertere Herangehensweise (das habe ich in einem Beitrag für die BzL 1/2019 ausführlich dargestellt). Auf diese Weise könnte die Hochschullehre einen ähnlichen Stellenwert im Rahmen akademischer Arbeit erhalten wie andere akademische Handlungsfelder (beispielsweise Forschung, Transfer oder Drittmitteleinwerbung/-verwaltung).

Hier stelle ich meine Präsentation frei zur Verfügung (CC-BY-ND):