aufgeschmissen

„Avantgardisten sind Leute, die nicht genau wissen, wo sie hinwollen, aber als erste da sind“ — mit diesem Zitat des französischen Schriftstellers Romain Gary beginnt ein lesenswerter Feuilleton-Beitrag in der gestrigen FAZ-Ausgabe. Es geht um ein Literaturprojekt des Goethe-Instituts Nancy. Unter dem Titel „Verlorene Avantgarde“ befassen sich auf dessen Initiative …

Warum nicht “Hochschuldidaktik”?

Die Forschung zum universitären Lehren und Lernen hat im deutschsprachigen Raum die Eigentümlichkeit, dass sie (noch) nicht aus einer einheitlichen Perspektive erfolgt. Stattdessen gibt es verschiedene wissenschaftliche Bezugsdisziplinen, die sich aus teils sehr unterschiedlichen Richtungen mit didaktischen Problemstellungen im Hochschulsektor befassen und damit auf verschiedenen Ebenen ansetzen: Psychologen etwa betrachten …

wettbewerbsbasierte Lehrförderung

Nach der Positionierung des Wissenschaftsrats zu einem wettbewerbsbasierten Fördersystem für die Hochschullehre und der ebenso raschen wie deutlichen — aber richtigen! — Ablehnung dieses Vorschlags durch die Hochschulrektorenkonferenz gibt es nun deutschlandweit eine Vielzahl an Wortmeldungen und Diskussionsbeiträgen. Aus der Menge der Stellungnahmen möchte ich hier auf zwei hinweisen, die …

HRK versus Wissenschaftsrat

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) erteilt der Idee einer Deutschen Lehrgemeinschaft, die der Wissenschaftsrat vor Kurzem in einem Positionspapier vorgeschlagen hatte, eine klare Absage. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die eben veröffentlicht wurde. Die Idee einer neu zu gründenden Organisation zur Förderung der Hochschullehre wurde in den vergangenen Tagen kontrovers diskutiert, …

Deutsche Lehrgemeinschaft?

Manfred Prenzel, langjähriger Vorsitzender des Wissenschaftsrats, hat gestern der ZEIT ein Interview zur Wahrnehmung der Hochschullehre im deutschen Bildungssystem gegeben (nachzulesen in der heutigen Ausgabe). Der Zeitpunkt ist ganz passend: Morgen soll im Wissenschaftsrat ein von Prenzel verfasstes und schon mehrfach angekündigtes Positionspapier diskutiert werden, in dem er Perspektiven für …

Ausflug in die berufliche Bildung

Letzte Woche war ich für zwei Lehraufträge an externen Einrichtungen unterwegs. Beide Veranstaltungen liegen im Bereich der beruflichen Bildung, beide hatte ich als Inhouse-Workshops konzipiert. Als erstes bin ich an die Zeppelin Universität in Friedrichshafen gereist für eine Blockveranstaltung im Rahmen des berufsbegleitenden Studiengangs Master of Digital Pioneering (eMA DIP). …

Die Scholarship-Community

Zunehmend nutzen Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen ihre Erfahrungen in der Forschung, um sich systematisch auch mit Fragen der eigenen Lehre auseinanderzusetzen. Das Engagement von Fachwissenschaftlern für didaktische Themenstellungen wird im anglo-amerikanischen Bereich mit der Wendung Scholarship of Teaching and Learning umschrieben. Damit wird ausgedrückt, dass ein Hochschullehrer sich nicht nur …

Berufsbildungswissenschaft

Durch Gabi Reinmann bin ich vor ein paar Tagen auf einen schon etwas älteren aber m.E. sehr lesenswerten und fruchtbaren Beitrag von Adolf Kell aufmerksam gemacht worden. Es handelt sich um dessen Dankesrede zur Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Duisburg-Essen aus dem Jahr 2005. Kell führt in diesem Text …

Warum die Hochschuldidaktik keine pädagogische Disziplin ist

Was soll eine Hochschuldidaktik als wissenschaftliche Disziplin leisten? Soll sie didaktische Themen mit wissenschaftlichen Methoden der Lehr-Lernforschung bearbeiten und daraus Modelle ableiten, auf die Fachwissenschaftler für ihre eigene Lehre zurückgreifen können (Leitorientierung A)? Oder soll sie Fachwissenschaftler dazu befähigen, sich (ggf. sogar anhand eigener fachwissenschaftlicher Zugänge) selbst forschend mit der …

Typisch “didaktisch”

Identifizierbar wird eine Disziplin spätestens an der Stelle, an der ihre Wissenschaftler dogmatisch werden. Sie kennen das aus wissenschaftlichen Streitgesprächen zu Grundsatzfragen: Irgendwann kommt man im Gespräch an einen Punkt, an dem man selbst oder das Gegenüber (bewusst oder unbewusst) eine Setzung vornimmt, die man als “unmittelbar evident”, “empirisch gegeben”, …