aufgeschmissen

„Avantgardisten sind Leute, die nicht genau wissen, wo sie hinwollen, aber als erste da sind“ — mit diesem Zitat des französischen Schriftstellers Romain Gary beginnt ein lesenswerter Feuilleton-Beitrag in der gestrigen FAZ-Ausgabe. Es geht um ein Literaturprojekt des Goethe-Instituts Nancy. Unter dem Titel „Verlorene Avantgarde“ befassen sich auf dessen Initiative …

Warum nicht “Hochschuldidaktik”?

Die Forschung zum universitären Lehren und Lernen hat im deutschsprachigen Raum die Eigentümlichkeit, dass sie (noch) nicht aus einer einheitlichen Perspektive erfolgt. Stattdessen gibt es verschiedene wissenschaftliche Bezugsdisziplinen, die sich aus teils sehr unterschiedlichen Richtungen mit didaktischen Problemstellungen im Hochschulsektor befassen und damit auf verschiedenen Ebenen ansetzen: Psychologen etwa betrachten …

Warum die Hochschuldidaktik keine pädagogische Disziplin ist

Was soll eine Hochschuldidaktik als wissenschaftliche Disziplin leisten? Soll sie didaktische Themen mit wissenschaftlichen Methoden der Lehr-Lernforschung bearbeiten und daraus Modelle ableiten, auf die Fachwissenschaftler für ihre eigene Lehre zurückgreifen können (Leitorientierung A)? Oder soll sie Fachwissenschaftler dazu befähigen, sich (ggf. sogar anhand eigener fachwissenschaftlicher Zugänge) selbst forschend mit der …

Typisch “didaktisch”

Identifizierbar wird eine Disziplin spätestens an der Stelle, an der ihre Wissenschaftler dogmatisch werden. Sie kennen das aus wissenschaftlichen Streitgesprächen zu Grundsatzfragen: Irgendwann kommt man im Gespräch an einen Punkt, an dem man selbst oder das Gegenüber (bewusst oder unbewusst) eine Setzung vornimmt, die man als “unmittelbar evident”, “empirisch gegeben”, …

Sokal 2.0

Von Georg Lind bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass es wohl kürzlich in der Sonderpädagogik einen ganz interessanten Vorgang gab, der mich ein klein wenig an die “Sokal-Affäre” erinnert: Katja Koch (Rostock) und Stephan Ellinger (Würzburg) hatten zwei Publikationen mit dem Ziel lanciert, eine Debatte um die gängige Wissenschaftspraxis …

Symposium: “Hochschuldidaktik verorten” auf der Tagung: “Wissenschaft bildet.”

Die vergangenen beiden Tage standen bei uns am HUL ganz im Zeichen unserer ersten Forschungstagung zu Perspektiven und Zukunft der Forschung zum Lehren und Lernen an Hochschulen, die wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern der Universität St. Gallen ausgerichtet haben.  Die Tagung war eine erste Veranstaltung unserer Initiative Wissenschaft bildet., mit …

Reflexion als theoretisches Konzept?

Metaphorische Konzepte sind im wissenschaftlichen Sprachgebrauch verpönt. Begegnet uns eine Metapher in einer Arbeit, die wir betreuen, bitten wir in aller Regel die Person, die sie verwendet hat, eine prägnantere Formulierung zu finden oder das Argument durch Explizieren der Prämissen eindeutiger darzustellen. In letzter Zeit begegnen mir immer wieder Metaphern …

Wissenschaftscoaching

Zum Wintersemester werden wir ca. zwei Dutzend Studierende in der ersten Kohorte unseres Studienprogramms “Master of Higher Education” zulassen. Das Studium ist ja mit einer starken Fokussierung auf die Projektarbeit angelegt — sie ist als ein eigenes Modul im Umfang von 20 Leistungspunkten im Studiengang verankert, das bereits im ersten …

Streit um Worte?

Auf Twitter verfolge ich im Moment eine interessante Diskussion, die Saskia Esken angestoßen hat. Sie ist von Haus aus Informatikerin und im Moment als Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Sprecherin der Arbeitsgruppe Digitale Agenda der SPD-Fraktion tätig. Frau Esken regt nun an, über den Sinn unserer Konzepte für akademisches Lehren und Lernen nachzudenken, …